Monatsrückblick September 2022: Wie mich das kotzende Känguruh beeinflusste

Ich bin hin- und hergerissen. Manchmal möchte ich so viel. Ich habe klare Ziele und bin über jeden kleinen Schritt dorthin glücklich. Kleine Erfolge geben mir Kraft, Begegnungen mit mir leibgewonnenen Menschen erfüllen mich, der Austausch mit Gleichgesinnten beflügeln mich. Mein September stand ganz unter diesem Focus.

Herzklopfen, Stolz und Glückseligkeit – das Ergebnis intensiver Arbeit

Dieser Monat war geprägt von täglichem Training mit Addi. Addi ist ein 18 monatiger Bolonka Zwetna und seit letztem Juni ein neues Familienmitglied. Seitdem trainieren wir unter der Anleitung der Hundetrainerin Katrin Feilcke. Wir starteten im Juni 2021 die Therapiehunde-Ausbildung.

Schon immer spielten Hunde in meinem Leben eine Rolle. Meine Tante, die ich oft besuchte hatte immer einen Hund. Wir sind unzählige Stunden gemeinsam spazieren gegangen. Später unterstützte ich meine Tante in der Hundehaltung, als sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage dazu war.

Zu der damaligen Zeit konnte ich mir noch nicht vorstellen, dass bei mir zu Hause auch einmal ein vierbeiniger Freund einziehen wird. Doch als meine Tochter begann, eigene Wege zu gehen, war der Wunsch da, ich war selbst überrascht. Ein Allergiker Hund, der wenig haart, kinderfreundlich ist und gut in der Wohnung gehalten werden kann zog bei uns ein. ich erlebte die positive Auswirkung meines Hundes auf meine seelische Ausgeglichenheit. Damit entstand auch der Wunsch diese bereichernde Kraft Kindern zugute kommen zu lassen. Ich wollte meinen Schülern und Coachees die Möglichkeit eröffnen, auch dieses wunderbare Gefühl zu spüren und Freude in ihr Gesicht zu zaubern.

Mit Addi wollte ich meine Vision verwirklichen. Ich wollte von Anfang an typische „Erziehungsfehler“ weitestgehend vermeiden. Also suchte ich eine Hundeschule, die bereits mit Welpen intensiv arbeitet und Therapiehunde ausbildet. Wir hatten beide von Anfang an die erfahrene Hundetrainerin Katrin Feilcke an unserer Seite. Regelmäßiges tägliches Training schweißten Addi und mich zusammen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir im letzten Herbst begannen die „räumliche Einschränkung“ zu üben. Das ist eine Übung mit dem Hund ohne Worte. Nur durch Körpersprache signalisiere ich dem Hund am Platz zu bleiben oder zu kommen. Ich habe damals über eine Stunde gebraucht, ehe Addi 10 Minuten ganz entspannt in der „räumlichen Einschränkung“ blieb.

Jetzt im September gingen wir mit großen Schritten auf die Prüfung zum Therapiehund zu. Addi und ich nutzten die intensive Prüfungsvorbereitung in den verschiedenen Trainingsgruppen. Früh morgens auf dem Spielplatz, nachmittags auf dem Theaterplatz, auf dem Vorplatz der Krankenkasse, schlichtweg überall wo es sich anbot, baute ich auf unseren gemeinsamen Spaziergängen Trainingseinheiten ein. Die Vielfalt der Übungen bot jede Menge Abwechslung und schweißten Addi und mich weiter zusammen.

Je näher der Prüfungstag kam, desto größer wurde meine Aufregung. Werden wir als Team bestehen? Wird die Ablenkung für Addi nicht zu groß sein? Wird Addi meine Angespanntheit spüren?

Wir waren gut vorbereitet. Der Schultag war so organisiert, dass wir pünktlich am Prüfungsort sein konnten. Viel zu früh fuhren wir los, es könnte ja noch irgendeine Verkehrseinschränkung auf uns warten. Alles klappte, das Auto sprang an, keine unvorhergesehene Baustellenampel und kein Stau. Es blieb ausreichend Zeit mit Addi vorher spazieren zu gehen. Das war schon einmal eine gute Voraussetzung.

Wir starteten die Prüfung mit insgesamt 4 Hunden. Die ersten Übungen verliefen planmäßig. Langsam wurde ich ruhiger und konnte mich auf Addi fokussieren. Vertieft in der gestellten Aufgabe ertönte plötzlich ein Bellen. Ein weißer Schäferhund lief auf einen schwarzen Zwergpudel zu. Das beherzte Eingreifen der Hundetrainerin verhinderte schlimmeres. Uns stockte der Atem, die Übung wurde abgebrochen. Erst einige Minuten danach verspürte ich eine Leere im Körper, Ich war erschrocken und fassungslos. Die Hündin wurde von der Prüfung ausgeschlossen. Dieses Ereignis überschattete den weiteren Prüfungsverlauf.

Nach zwei Stunden hatten wir alle 17 Aufgaben erfüllt. Nun begannen bange Minuten des Wartens. Die Spannung stieg, als ich die Prüfer diskutieren und rechnen sah. Erleichterung, die Prüfer kommen freudestrahlend mit Hundeleckerlis und Sekt – ein gutes Zeichen.

Yeah, wir haben es geschafft. Ich hielt das Zertifikat wirklich in den Händen.

Der Hund Addi hat unter der Führung von Silke Schwerdtfeger die Ausbildung zum Therapiebegleithund absolviert und die Abschlussprüfung bestanden.

Zertifikat

Und das Unfassbare für mich, Addi hat alles mit voller Punktzahl erfüllt. Ich konnte es kaum fassen. Wie auf Wolken fuhren wir überglücklich nach Hause. Ein großer Traum erfüllte sich.

Hundehalterin mit Bolonka Zwetna und Zertifikat Therapiebegleithund im Garten
Wir haben es geschafft – Addi ist Therapiebegleithund

Der Wunsch meiner besten Freundin

Wer mich kennt, weiß, dass ich eher zurückhaltend und ruhig bin. Ich mache mir nicht viel aus großen Feierlichkeiten mit vielen mir unbekannten Gästen. Dafür liebe ich sehr persönliche Besuche. Meine Freundin kennt mich sehr gut und weiß das. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie meine Eigenart akzeptiert und mich nicht in eine für mich unwohle Situation bringt. Ich mag nämlich auch nicht gerne Einladungen ausschlagen, da ich annehme, dass dieses als unhöflich gewertet werden könnte.

Auf jeden Fall sprach meine Freundin von ihrer bevorstehenden goldenen Hochzeit und erzählte, dass immer mehr Gäste aus den unterschiedlichsten Gründen nicht kommen können. Kurz erwähnte sie, dass sie mich nicht eingeladen hatte, weil sie weiß, dass ich das nicht so gerne mag. In diesem Moment sprang ich über meinen eigenen Schatten und fragte sie, ob ich eingeladen bin. Ich sah ein Strahlen in den Augen. Nun konnte ich nicht mehr zurück.

Nach einer sehr arbeitsintensiven Woche mit zahlreichen neuen Tools im Bereich des neuen Lernens, welche im Lerncoaching einfließen, machte ich mich am Freitagabend auf den Weg in ca. 60 km entfernte Stralsund. Ich wurde in dem kleinen Kreis der Gäste so wertschätzend und freundlich aufgenommen, dass ich mich richtig wohlfühlte. Ich schätze meine Freundin und ihren Mann so sehr, dass es mich eine Herzensangelegenheit Ihnen an ihrem besonderen Tage persönlich zu gratulieren. Lieben Dank an euch für die zahlreiche Hilfe und Unterstützung, für offene Ohren, für viele Überraschungen in den letzten 25 Jahren.

Frau und Mann als goldene Hochzeitspaar und blonde Frau mit goldenen Luftballons
Ein Hoch und goldene Ballons für das goldene Hochzeitspaar

Das kotzende Känguru und viele AHA-Momente des Herzens

Am 23. September fand der erste Fortbildungstag der Akademie für ganzheitliches Kinder- und Jugendcoaching in Kassel statt. Endlich treffe ich auf die Menschen aus dem Computer, die, die ich in vielfältigen Webinaren erleben durfte. Aktuell erweiterte ich meine Kenntnisse als Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin auf. Mein Tag begann sehr früh, da ich mich entschlossen hatte erst Samstag anzureisen. Völlig übermüdet stand ich morgens um 5:00 Uhr auf, um rechtzeitig zum ersten Seminar in Kassel zu sein.

Na, das ging ja gut los. Noch in der Straßenbahn auf dem Weg zum Hauptbahnhof, las ich die Benachrichtigung, dass mein Zug ersatzlos gestrichen sei. Nehme ich die Ausweichverbindung, bin ich erst zwei Stunden später vor Ort. Mein innerer Quatsch meldete sich: Wäre ich bloß zu Hause geblieben. Das lohnt sich doch alles nicht. Zu Hause gibt es genug zu tun und Montag muss ich auch wieder fit für die Schule sein.

Während ich nun auf dem kalten Bahnhof stand und fror, überlegte ich ganz rational. Ich habe zwei Möglichkeiten, entweder ich ärgere mich den ganzen Tag über die Bahn oder ich nehme es so hin und mache das Beste daraus. Ich entschied mich bewusst für die zweite Variante. Die gewonnene Zeit nutzte ich zum Beantworten von Mails, zum Schreiben eines Blogartikels, zur Unterrichtsvorbereitung usw. In Kassel angekommen stieg ich mit einem angenehmen Gefühl aus dem Zug und freute mich über viele Häkchen auf meiner Tada – Liste (Danke Nadine Iuhasz für die wundervolle Inspiration aus Todo – Listen Tada – Listen werden zu lassen.)

Endlich, genau zur Mittagspause am Veranstaltungsort angekommen, wurde ich so herzlich begrüßt, dass ich mich sofort sehr gut aufgehoben fühlte. Herzlichen Dank an Axel und Petra Rodenberg und an Andrea Schmalzl. Obwohl mich keiner kannte, so dachte ich fälschlicherweise, wurde ich sofort mit meinem Namen angesprochen. Was für ein tolles Gefühl.

Vielen Dank auch an Tanja Rödig, die mich ansprach und ihre Freude ausdrückte, dass ich da bin.

Neben den vielen interessanten Inhalten, die mir Denkanstöße für die Arbeit im Unterricht und den Lerntrainings, Ideen für künftige Kursangebote – wie dem kleinen Glückstraining für Kinder im Grundschulalter – sowie weitere Ideen für die Gestaltung von Lehrerkonferenzen und vielem mehr boten waren die intensiven Gespräche in den Pausen und besonders am Abend wertvoll wie Goldstaub. Ich bin unendlich dankbar Tanja Rödig – Gründerin von HerzBestärkt – kennenlernen zu dürfen. Deine Begeisterung von Herz zu Herz Kinder auf ihrer Reise zu sich selbst zu begleiten ist zu spüren. Ich bin beeindruckt von ihrer Vision, von ihrem Herzblut und fühle eine innere Verbundenheit. Mit deinem Kurs zur Mobbingprävention hast du mich angesprochen und auf eine sehr kindgerechte Art und Weise gezeigt, wie du Kinder ansprichst und ihnen Ideen anbietest andere zu verstehen und zu handeln.

Das kotzende Känguru ist ein Auflockerungsspiel, indem die Kinder in Interaktion gehen und welches für Kindergruppen sehr gut geeignet ist. Ich habe es in meine Ideenkiste aufgenommen und werde es bei der nächsten Gelegenheit erproben.

Ich führ voller Glückseligkeit über die wundervollen Begegnungen, die ich in meinem Herzen mitnehme wieder nach Hause.

blonde und dunkelhaarige Frauen sitzen lächelnd nebeneinander
Wunderbare Gespräche mit Tanja Rödig und gleichgesinnten Coaches

Was in diesem Monat sonst noch los war

Die meisten Unfälle passieren im Haushalt. Es sollte schnell gehen. Ich wollte die Mikrowelle anschalten, dazu muss ich auf einen Stuhl steigen. Darauf stand schon meine gepackte Schultasche. Bequem wie ich war, stellte ich mich auf den Rand des Stuhls und kippte um. Ehe ich mich versah, lag ich der Länge nach in der Küche. Zahlreiche blaue Flecken erinnerten mich die nächsten Tage daran. Das ist noch einmal gut ausgegangen.

Manchmal passieren Dinge, die kein Mensch braucht. Das dachte ich mir auch, als ich statt der leckeren Erdnüsse ein Stück meines Zahnes im Mund hatte. Den Zahnarzttermin habe ich inzwischen, auch wenn ich viel lieber darauf verzichten würde.

Noch voller Eindrücke vom Präsenztag in Kassel wurde ich bereits Montag früh auf das Titelbild der Tageszeitung angesprochen. Riesengroß lächelte mich darauf meine Tochter an. Ein Besuch der Pilzausstellung war der Anlass. Ich war erstaunt, wieviele Leute aufmerksam die Zeitung lesen und mich ansprachen.

Seit langer Zeit fand in diesem Schuljahr wieder der Schulleitungstag Mecklenburg Vorpommern statt. Für uns Schulleitungen war es eine gute Gelegenheit mit der Ministerin ins Gespräch zu kommen und unsere Erfahrungen aus der Praxis zur derzeitigen Situation an den Schulen zu berichten. Der Austausch zwischen uns Schulleitungen kommt langsam wieder in Gang. Wir merken, wie uns das in den letzten Jahren gefehlt hat. Es ist so wichtig, dass nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht.

Ostsee Zeitung mit blonder junger Frau im roten Pulli vor Fliegenpilzen auf dem Titelfoto
Nur gucken …

Mein Blog-Rückblick auf diesen Monat

In meinem Blog-Rückblick erfährst du, welche Artikel ich in diesem Monat gebloggt habe.

Monatsrückblick August 2022: Volle Kraft voraus

Rückblick und volle Kraft voraus – das galt in diesem Monat einerseits für das Auftanken meiner Akkus für die nächsten Monate und andererseits für den Start mit neuen Ideen ins nächste Schuljahr. 

12 von 12 im September

Ich lasse dich teilhaben an einen ganz normalen Tag im September. Mein 12. September dokumentiert in 12 Bildern.

Fun Facts über mich

Fun Facts über mich, die du vielleicht noch nicht wusstest und jetzt sehr gerne lesen darfst.

Ausblick auf den nächsten Monat

In diesem Monat werde ich das „Kleine Glückstraining“ für Schüler im Grundschulalter in meinen Angebotskatalog aufnehmen. Das „Kleine Glückstraining“ biete ich sowohl für Kindergruppen in Horten, Freizeiteinrichtungen, u.ä. an als auch online in Gruppen oder ergänzend im Einzelcoaching. Ich lasse dich als Erste an meinen Erkenntnissen und Erfahrungen teilhaben. In meinen nächsten Newslettern nehme ich dich mit auf diese spannende Reise.

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