Ich werde Lerncoach - Porträt einer blonden Frau in grüner Lederjacke

Momente, die mich emotional bewegt und meine Arbeit verändert haben

Ich bin Lerncoach und möchte meine emotionalsten Momente als Coach teilen, so wie viele Coaches und Therapeuten in der Blogparade „Mein emotionales Moment als Coach“ von Julia Georgi.

Meine Tochter, gerade wenige Wochen in der 1. Klasse, kam aus dem Hort und brachte eine Schnecke mit nach Hause. Interessiert und voller Entdeckungsfreude beobachteten wir die Schnecke. Wir sahen deutlich die Schleimspur, beobachteten wie sich die Fühler bewegten und wie sich die Schnecke in ihr Haus zurückzog. Es entstand die Idee ein kleines Büchlein darüber zu gestalten. Ich weiß gar nicht mehr, ob das eher mein Vorschlag oder der meiner Tochter war.

Schnell falteten wir aus einem A4 Blatt ein Büchlein und begannen. Wir nutzten zum Schreiben die Anlauttabelle. Ein kurzer Satz pro Seite sollte reichen. Es stellte sich heraus, dass das Schreiben gar nicht so einfach war. Meine Tochter hörte die Laute sehr schwer. Ich merkte meine beginnende Enttäuschung. Mein Ehrgeiz war hoch, so ein tolles Thema. Ich war stolz, dass mein Tochter ein Buch darüber schreiben wollte. War das wirklich so? War das nicht eher mein Ziel? Letztendlich waren wir beide nicht wirklich glücklich beim Schreiben und Gestalten des Buches.

Für mich war es ein Anlass meine Tochter wahrzunehmen und sie zu hören. Dieser Moment war die Geburtsstunde meiner Idee Kinder zu unterstützen eigene Ziele und Lösungen zu finden.


Als Lerncoach unterstütze ich Kinder beim Lernen, trotz Schule

Als junge Lehrerin hatte ich eine Schülerin, der das Lesenlernen enorm schwer fiel. Im Dezember konnten fast alle Schüler meiner Klasse zumindest silbenweise lesen. Meine Schülerin hatte noch enorme Schwierigkeiten Laute zu erkennen und ihnen die Buchstaben zuzuordnen und umgekehrt. Ich förderte die Schülerin in zwei Förderstunden wöchentlich. Der Erfolg stellte sich jedoch nicht ein. 1989 dachte ich, das muss doch gelingen. Ich merkte, dass ich mit der damals im Lehrplan vorgegebenen analytisch synthetischen Leselernmethode und dem strickten Zeitrahmen nicht erfolgreich war.

Ich machte mich auf den Weg. Für mich stand nicht mehr die eine Methode oder nur der Lehrplan im Vordergrund. Schon als junge Lehrerin lenkte ich meinen Focus deutlich auf das Kind. Damals stellte ich mir die Frage wie kann ich dem Kind helfen? Ich suchte nach anderen Lernmethoden, entdeckte verschiedene Lerntechniken und stöberte nach passenden Lehrmaterialien. Vor ca. 32 Jahren hatte ich nicht einmal einen Kopierer zur Verfügung, das machte mich kreativ.

Wir arbeiteten mit den Lautgebärden, die eine Brücke zwischen dem Buchstaben und dem Laut schlagen. Vor einem Spiegel trainierten wir diese gemeinsam, um die Mundstellung direkt zu sehen und zu besprechen. Die einzelnen Gebärden zeichnete ich auf ein großes Plakat, damit wir uns diese gut einprägen konnten.

Der Kieler Leseaufbau ist ein gut gestufter Leselehrgang, der in kleinsten Schritten vom Leichten zum Schweren aufgebaut ist. Ich fotografierte Ausschnitte aus diesem Programm, ließ die Fotos entwickeln und vergrößerte das Wortmaterial, um diese Anregung für eigenes Material zu nutzen. Handschriftlich fertigte ich Wortkarten an, die ich mit Buchfolie überklebte, um so die Lebensdauer zu verlängern. 1989 hatte ich noch keinen Kopierer, kein Laminiergerät, keine digitalen Geräte. Doch der Aufwand spielte keine Rolle, mein Herz schlug für die Kinder.

Meine Kreativität hat sich gelohnt. Die Schülerin wurde in die zweite Klasse versetzt, entwickelte sogar Freude am Lesen und Schreiben. Für mich begann der Weg über die Lerntrainerin für Legasthenie und Dyskalkulie über die individualpsychologisch pädagogische Beraterin bis hin zum Lerncoach.

Lehrer und Schüler begrüßen sich vertrauensvoll mit den Fäusten
Vertrauensvolle Begrüßung zwischen Lerncoach und Schüler

Als Lerncoach sehe ich das Kind und öffne nicht nur eine Schublade

Es ist die dritte Unterrichtsstunde, ca. 10:05 Uhr. Ich werde zu einem Schüler geholt, der sich unter dem Tisch verkrochen hat. Vorher flogen Federtaschen und Schulbücher durch den Klassenraum. Zu oft werden Schubladen geöffnet. ADHS, Hochbegabung, auditive Wahrnehmungsstörung, Legasthenie, Dyskalkulie steht auf den Schubfächern.

Ja sicher, Ursachenforschung ist wichtig, doch eine Diagnose allein verändert nichts. Sie kann hilfreich sein, da sie Erklärungen geben kann. Doch am allerwichtigsten ist, das Kind im gesamten System zu sehen. Sich nicht hinter der Diagnose zu verstecken, sondern zu schauen, welche Ressourcen es gibt. Wie sieht das Kind sich selbst? Wie kann es gestärkt werden? Was braucht das Kind, um sein realistisches Ziel zu erreichen.

Ich arbeite mit den Kindern auf Augenhöhe. Ein wertschätzender vertrauensvoller Umgang mit den Kindern und Eltern ist die Basis für ein gutes Coaching.

Im Gespräch mit dem Schüler stellte sich heraus, dass es auf der Hofpause Ärger mit einem Mitschüler gab. Außerdem war die Klassenlehrerin an diesem Tag nicht in der Schule und fehlte als Vertrauensperson. Wir haben gemeinsam erarbeitet, welche Themen zur Zeit für das Kind obenauf liegen und herausgefunden, was für den Schüler gerade am wichtigsten ist. Dabei haben uns die Goldnuggets geholfen, die ich in der Ausbildung zum ganzheitlichen Kinder- und Jugendcoach durch die Akademie für ganzheitliches Kinder- und Jugendcoaching kennengelernt habe. Meine Schüler sind genauso wie ich von diesen goldenen Steinen begeistert.

Lerncoach unterstützt den Coachee beim Finden seines Themas mit den Goldnuggets
Die Goldnuggets helfen beim Finden des Themas

Als Lerncoach begleite ich dein Kind, unterstütze den Prozess und helfe Lösungen zu finden

Ich begleite dein Kind während des Prozesses sein Ziel zu erreichen. Als Coach kann ich das Kind nicht „heilen“. Ich kann jedoch Hilfe zur Selbsthilfe geben.

Eine Mutter kam zu mir und wollte unbedingt, dass ihr Kind in Mathematik eine „Zwei“ auf dem Zeugnis erhält. Das Ziel der Mutter für ihren Sohn war eine bestimmte Schule ab Klasse 5, für deren Aufnahme sehr gute bis gute Leistungen erforderlich sind. Im Gespräch mit dem Schüler stellte sich heraus, dass er viel lieber mit seinen Freunden in eine andere Schule wollte. Außerdem wollte er mit seinen Freunden am Nachmittag Fußball spielen und nicht Mathe pauken. Ich fragte den Schüler, wie es wäre, wenn es keinen Stress mehr wegen Mathe zu Hause gäbe und noch Zeit für das Fußballspielen bleibt. Für den Schüler war dieses Ziel so attraktiv, dass sich auch die Mathezensur verbesserte.

Schüler bearbeiten ein Arbeitsblatt, welches auf dem Schultisch liegt, in den Händen der Kinder ist ein Stift
Schüler bearbeiten eine selbstgewählte Aufgabe

Mein Fazit: Ich sehe das Kind ganzheitlich

Ich möchte die angespannte Lernsituation für den Coachee, dem Kind, verbessern. Im Lerncoaching unterstütze ich dein Kind individuell. Ich begleite dein Kind auf Augenhöhe – also partnerschaftlich. Mein Augenmerk liegt zunächst auf das Herstellen einer tragfähigen Beziehung. Dadurch entsteht Vertrauen, worauf die Freiwilligkeit beruht. Beides darf wachsen. Ich akzeptiere und begleite das Kind, auch, wenn es noch nicht bereit ist in das für ihn fremde Büro zu gehen.

Ich gestalte das Coaching ohne direkte Anweisungen. Es ist mir wichtig, den Kindern die Chance zu geben, ihre Lösungen selber zu finden. Sie entwickeln dadurch eine Problemlösekompetenz, die sie auch auf andere Situationen übertragen können. Eine selbstentwickelte Lösung ist immer attraktiver als eine, die vorgesetzt wird. Das fördert die Motivation enorm.

Geht es um den Einsatz von Lernstrategien, Entspannungs- und Stresspräventionstechniken und die Förderung von Teilleistungsstörungen wie Legasthenie und Dyskalkulie, unterbreite ich ganz konkrete individuelle Vorschläge und Empfehlungen.

Eines Tages werde ich Lerncoach und arbeite mit Dienesmaterial, das auf dem Tisch liegt
Dienes Material für das Dyskalkulietraining

Ich versetze meine Schüler in die Lage, selbständig und erfolgreich zu lernen und Lösungen zu finden.

Silke Schwerdtfeger

Ich helfe dem Kind sein realistisches, attraktives, erreichbares und messbares Ziel zu finden. Anschließend planen wir die Umsetzung des Ziels und überlegen bei jedem einzelnen Umsetzungsschritt: Wer macht was bis wann?

Ein Ziel ohne Plan ist ein Wunsch.

Saint Exupéry

Möchtest du eine individuelle Lernbegleitung für dein Kind durch mich als Lerncoach oder Lerntrainerin, dann empfehle ich euch die Lernmagie – der Erfolgskurs für SchülerInnen der 3. – 6. Klasse.

Möchten du, dass ich dein Kind noch individueller beim Lernen unterstütze, dann nimm Kontakt mit mir auf. Ich unterbreite gerne ein auf dein Kind zugeschnittenes Angebot.

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