Ich gestehe – ich empfehle kreatives Denken zu üben, lerne selbst jedoch gerne auswendig

Mein Geständnis zum auswendig Lernen. Ich erinnere mich sehr genau an meine Schulzeit. Zu Beginn einer jeden Biologiestunde mussten ein bis zwei Schüler nach vorne zur mündlichen Leistungskontrolle. Wie ich mich darauf vorbereitet habe, erfährst du in diesem Blogartikel.

Meine „neue“ Lerntechnik – und so habe ich noch im Masterstudium 2019 gelernt

Ich liebe übersichtlich gestaltete aussagekräftige Tafelbilder. Meine Lehrer in den meisten Fächern verstanden es, diese im Unterricht mit uns Schülern zu entwickeln. Ich legte großen Wert darauf, diese in meinen Hefter zu übertragen. Das war sicher nicht ganz uneigennützig. Zum Einen gab es eine Zensur für die Hefterführung und zum Anderen waren sie Grundlage für viele Leistungskontrollen.

Wahrscheinlich war das auch die Ursache für meine Vorgehensweise beim Lernen. Ich lernte sehr viel auswendig. Grundlage dafür waren die Tafelbilder. Ich sprach dazu und entwickelte diese auswendig an meiner Kreidetafel. Genau genommen lernte ich so auswendig.

Natürlich wiederholte ich das Gelernte auf diese Art und Weise bis zur nächsten Klassenarbeit immer wieder, damit es abrufbar blieb. So kam ich recht gut durch die Schulzeit.

Sogar im Studium kam ich mit dieser Lernmethode recht weit. Ganz ehrlich, ich habe die Fächer oder besser gesagt die Lehrer nicht wirklich gemocht, de diese Struktur nicht einhielten.

Lange kam ich nicht damit klar, wenn ein neues Thema mit einer Fragestellung begann und ich die Antwort selbst finden musste. Woher wusste ich denn, worauf der Lehrer wert legt. Was sollte ich für den nächsten Test lernen?

2017 entschloss ich mich noch einmal für ein Masterstudium der Sonder- und Inklusionspädagogik. Doch wie präge ich mir die Inhalte des Studiums bloß ein?

Frau in grüner Lederjacke sitzt grübelnd am Schreibtisch
Wie kriege ich das alles gelernt?

So kam es dazu

Im Studium an der Universität war die Lehrweise natürlich eine andere als vor mehr als 30 Jahren in der Schule oder am Institut für Lehrerbildung. Es wurden mehr Fragen gestellt. Diese waren der Ausgangspunkt für neues Wissen.

Für mich hieß das, eine neue Lerntechnik zu finden, die mir ermöglichte Wissen anzueignen. Ich musste mich von den vorgegebenen Tafelbildern verabschieden. Stattdessen entwickelte ich mir selbst welche. Zugegeben ich übernahm auch das ein oder andere Schaubild, ergänzte dieses jedoch mit mir wichtigen Inhalten.

Ich lernte nach wie vor viel auswendig, jedoch hatte ich meine selbst entwickelten Aufzeichnungen als Grundlage, die ich für das Lernen bereits zusammengefasst auf Karteikarten geschrieben hatte.

Das war für mich genau richtig. Wiederholungen nicht nur in sehr kurzen Abständen, sondern auch nach einer Woche und länger trugen dazu bei, das Gelernte im Langzeitgedächtnis zu verankern. Besonders hilfreich für mich waren die Verknüpfungen mit meinen Erfahrungen aus der Praxis in der Schule und im Coaching.

Ich kann nicht still stehen und schaue immer wie ich mich weiter entwickeln kann, vor allem wie ich als Lehrerin, Lerntrainerin und Coach meinen Schülern und Coachees beim Lernen Begleiter und Unterstützer sein kann. Aus diesem Grunde verfolge ich gespannt die Hirnforschung. Mich beschäftigt vor allem die Frage, auch aus persönlichem Interesse, wie es gelingen kann, Wissen langfristig zu behalten. Mich nervt es, wenn ich feststelle, dass ich Gelerntes immer wieder vergesse. Ich mag das nicht nur auf mein Alter schieben. Zwar ist erwiesen, dass das Lernen im Alter schwerer fällt, jedoch muss das nicht gleich heißen, dass Wissen schnell wieder verschwindet.

Wer nicht fragt, bleibt dumm

Henning Beck

Der Hirnforscher Henning Beck zeigt in seinem Buch und Bestseller „Das neue Lernen heißt Verstehen“, dass Verstehen die Zauberformel und damit die wahre Stärke menschlichen Denkens ist. Er vertritt die Auffassung, wer nicht fragt, bleibt dumm. „Jeder, der schon mal was lernen oder verstehen wollte, stellt irgendwann die Warum-Frage oder fragt Wozu brauche ich das?“ Eigenständiges Ausprobieren und Lösungswege entwickeln, um ein Problem zu lösen, sorgt dafür am eigenen Leibe zu erfahren, wo Wissenslücken bestehen. Das schafft Neugier. Und ich, die mir die Frage gestellt habe, will mehr erfahren und möchte herausfinden, wie es wirklich ist.

In der Ausbildung zur Gedächtnistrainerin bei der Gedächtnisweltmeisterin Christiane Stenger wurde der Weg des Lernens – Testen, Wissen aneignen, Testen in vielen Modulen direkt angewendet. Ich habe selbst erfahren, wie dieser Weg in Kombination mit unterschiedlichen Gedächtnistechniken bei mir dazu führte anwendungsbereites festverankertes Wissen zu erwerben. Das war Anlass für mich meine Lehrmethoden zu überdenken. In ihrem Buch „Das Gummibärchen im Spinat“ Gedächtnistraining für Kinder regt Christiane Stenger in einer spannenden Geschichte für Kinder (und Erwachsene) an, Gedächtnistechniken selbst zu erproben. Besonders spannend für mich ist die Körperroutentechnik, da ich meinen Körper immer bei mir habe.

So profitieren meine Schüler und Coachees davon

Ich habe zum Teil meine Lerntrainings umgestellt. Häufig stelle ich meinen Schülern zu Beginn Fragen zum Lerninhalt. Dabei kommt es gar nicht darauf an, dass diese vollständig beantwortet werden Vielmehr gilt es herauszufinden, was das Kind bereits weiß. Diese Fragen dienen dazu, zum Einen bekanntes Wissen zu aktivieren und zum Anderen einfach neugierig zu machen. Das Kind erkennt eigene Lücken und ist danach viel aufmerksamer. Im Anschluss erfolgt die Wissensaneignung. Zum Abschluss werden wieder Fragen zum Gelernten gestellt. In diesem zweiten Test hat das Kind direkt ein Erfolgserlebnis und sieht seinen Lernfortschritt. Das stärkt das Selbstwertgefühl und führt zu einem dynamischen Selbstbild, welches wiederum dazu beiträgt, dass die Freude am Lernen steigt und dementsprechend die Motivation.

Ich liebe Lerncoach zu sein, Frau sitzt auf einer Bank und liest in einem Schulbuch
Ich bereite mich auf das Coaching vor.

In der Lernmagie – der Erfolgskurs für SchülerInnen der 3. bis 6. Klasse zeige ich dir und deinem Kind, wie Lernen Spaß machen kann, das Wissen langfristig behalten wird und sogar noch Zeit für Freunde und Hobbys da ist.

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