Gestern saß ich mit meiner Enkelin am Küchentisch. Wir rechneten eine einfache Plusaufgabe. 47 + 26
Sie weiß, wie es geht. Sie kann rechnen und trotzdem steigen ihr die Tränen in die Augen.
„Oma, ich bin zu langsam.“
Dieser Satz trifft mich jedes Mal, nicht weil sie nicht rechnen kann, sondern weil sie glaubt, sie sei falsch.
Genau hier beginnen viele Rechenprobleme in der Grundschule. Sie beginnen nicht im Kopf, sondern im Druck.
Du kennst das vielleicht. Dein Kind kann erklären, wie eine Aufgabe funktioniert, doch im Test versagt es.
Dein Kind starrt auf das Blatt, es wird hektisch. Es macht Fehler, die es zu Hause nie machen würde.
Das liegt selten am fehlenden Verständnis. Es liegt am Tempo.
Warum Tempo Rechenprobleme in der Grundschule verstärkt
Rechnen ist Denken in Schritten. Dein Kind braucht Zeit, um:
• Zahlen zu zerlegen
• Mengen innerlich zu sehen
• Strategien zu prüfen
• Zwischenschritte zu sichern
Wenn Tempo vorgegeben wird, passiert etwas Entscheidendes im Gehirn. Stress steigt, der Zugriff
auf gespeicherte Strategien sinkt, das Arbeitsgedächtnis blockiert. Viele Kinder mit ADHS oder hoher Sensibilität reagieren besonders stark auf Zeitdruck.
Auch hochbegabte Kinder brechen unter Tempo ein, weil sie Lösungswege gründlich durchdenken.
Ich sehe das in meiner Arbeit als Lerncoach jeden Tag. Rechenprobleme in der Grundschule entstehen oft nicht durch mangelnde Fähigkeit.
Sie entstehen durch Beschleunigung.

Mathe verstehen statt auswendig lernen
Viele Schulen trainieren Schnelligkeit wie Blitzrechnen, Einmaleins auf Zeit, Kopfrechnen im Wettbewerb.
Doch echtes mathematisches Verständnis entsteht anders.
Dein Kind muss:
• Mengen begreifen
• Beziehungen zwischen Zahlen erkennen
• Strategien entwickeln
• Fehler analysieren dürfen
Wenn dein Kind nur Ergebnisse auswendig lernt, fehlt die Sicherheit. Dann kippt alles, sobald die Aufgabe leicht verändert wird.
Woran du erkennst, dass Tempo blockiert
Achte auf diese Signale:
• Dein Kind rechnet zu Hause sicher, in Klassenarbeiten nicht
• Es wird wütend oder verweigert
• Es sagt „Ich bin schlecht in Mathe“
• Es zählt heimlich an den Fingern, obwohl es das nicht darf
• Es macht Flüchtigkeitsfehler bei einfachen Aufgaben
Diese Kinder sind nicht unfähig. Sie sind überfordert, Wut ist oft ein Schutz, Tränen sind ein Alarmsignal.
Wenn du mehr solcher Beobachtungen und konkrete Strategien für den Alltag möchtest, trag dich in meinen Newsletter ein. Dort teile ich regelmäßig praktische Übungen, die du direkt umsetzen kannst.
Das unterschätzte Problem: Arbeitsgedächtnis
Rechenprobleme in der Grundschule hängen häufig mit einem überlasteten Arbeitsgedächtnis zusammen.
Dein Kind muss gleichzeitig:
• Zahlen merken
• Rechenschritte planen
• Zwischenergebnisse speichern
• Fehler kontrollieren
Kommt dann Zeitdruck dazu, bricht das System zusammen. Gerade bei Kindern mit ADHS passiert das schnell. Das bedeutet nicht, dass sie Mathe nicht können, ihr Gehirn braucht jedoch eine andere Herangehensweise.
Was du konkret tun kannst
Du kannst Tempo aus dem System nehmen.
- Rechne ohne Uhr
Lass dein Kind Aufgaben lösen ohne Zeitvorgabe. Sag klar: „Heute geht es nur um den Weg.“ - Erlaube lautes Denken
Wenn dein Kind erklärt, was es tut, stabilisiert es sein Denken. - Nutze Material: Plättchen, Rechenstäbchen, Hunderterfelder.
Konkretes Material schafft Sicherheit. - Trainiere Zahlzerlegung
Statt 8 plus 7 sofort zu lösen, zerlegt dein Kind 7 in 2 und 5. So entsteht Struktur. - Stoppe Vergleiche
Geschwistervergleiche oder Klassenspiegel erzeugen Druck.
Du stärkst dein Kind, wenn du Verständnis über Geschwindigkeit stellst.

Warum Wut bei Mathe ein Zeichen von Angst ist
Ich erlebe oft, dass Eltern vor allem die Wut sehen. Das Kind knallt das Heft zu, es schreit, es verweigert.
Doch unter der Wut liegt Angst, vor:
Bloßstellung.
Fehlern.
Tempo.
Rechenprobleme in der Grundschule sind oft emotionale Probleme geworden.
Wenn dein Kind lernt, dass Fehler erlaubt sind, verändert sich alles.
Hochbegabte Kinder und langsames Denken
Viele glauben, Hochbegabung bedeutet Schnelligkeit. Das stimmt nicht.
Hochbegabte Kinder denken oft komplex. Sie prüfen mehrere Wege. Sie hinterfragen Aufgaben. Das braucht Zeit.
Wenn diese Kinder in Tempo-Tests gedrängt werden, entstehen ebenfalls Rechenprobleme in der Grundschule.
Sie verlieren Motivation, fühlen sich falsch, ziehen sich zurück.
KinFlex® und Rechenprobleme
In meiner Praxis sehe ich, wie stark Körper und Lernen zusammenhängen. Wenn frühkindliche Reflexe noch aktiv sind, arbeitet das Nervensystem deines Kindes dauerhaft auf einem höheren Spannungsniveau.
Das bedeutet konkret:
Ein Teil der Energie geht nicht ins Denken, sondern in die Körperstabilisierung.
Dein Kind muss unbewusst mehr Kraft aufwenden, um:
• still zu sitzen
• die Augen ruhig über die Zahlen zu führen
• die Hand kontrolliert zu bewegen
• sich innerlich zu organisieren
Für Rechenschritte bleibt dadurch weniger Kapazität. Rechnen kostet dann deutlich mehr Energie als bei anderen Kindern. Dein Kind wirkt schneller unruhig, zappelig oder erschöpft. Es braucht mehr Pausen. Unter Zeitdruck bricht die Leistung schneller ein. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun. Es ist eine Frage der neuronalen Reife und Integration.
So stärkst du die Sicherheit deines Kindes langfristig
Rechenprobleme in der Grundschule verschwinden nicht durch mehr Üben unter Druck.
Sie verändern sich, wenn dein Kind:
• Fehler analysieren darf
• Strategien erklärt
• Erfolgserlebnisse sammelt
• Zeit bekommt
• emotional sicher ist
Du kannst jeden Tag kleine Schritte gehen.
Zum Beispiel:
Statt zehn Aufgaben auf Zeit, nur drei Aufgaben mit Erklärung.
Anstelle von „Beeil dich“, sagst du „Erklär mir deinen Weg“.
Lass den Rotstift und fragse „Wo war dein Gedanke anders?“
Wenn du solche konkreten Impulse regelmäßig erhalten möchtest, dann melde dich zu meinem Newsletter an. Dort teile ich Praxisbeispiele aus meiner Arbeit als Lerncoach.
Schule und Elternhaus sollten zusammenarbeiten
Lehrkräfte stehen unter Druck. In den Schulen sind große Klassen, Lehrpläne drücken und Vergleichsarbeiten sind verpflichtend.
Doch du kannst Gesprächsanlässe schaffen.
Frag nach:
• Darf mein Kind ohne Zeitvorgabe schreiben
• Gibt es alternative Leistungsnachweise
• Wie wird mathematisches Verständnis geprüft
Oft öffnen sich Türen, wenn Eltern sachlich bleiben.
Was meine Enkelin mir gezeigt hat
Nach vielen Gesprächen und ruhigen Recheneinheiten ohne Uhr sagt mein Enkel heute:
„Ich brauche länger, aber ich kann es.“
Das ist Selbstwirksamkeit. Nicht Schnelligkeit entscheidet über Mathe-Erfolg, sondern Sicherheit.
Wie dein Kind Mathe wieder mit Zuversicht erlebt
Rechenprobleme in der Grundschule haben selten mit fehlender Intelligenz zu tun. Sie entstehen durch Druck, Tempo und emotionale Unsicherheit.
Wenn dein Kind versteht statt auswendig lernt, wächst Stabilität.
Nimmst du Tempo raus, öffnet sich Denken.
Sind Fehler erlaubt sind, entsteht Mut.
Du kannst heute beginnen.
Nimm die Uhr vom Tisch.
Frag nach dem Weg, nicht nach dem Ergebnis.
Schaffe ruhige Lernzeiten.
Stärke dein Kind emotional.
Wenn du dir Begleitung wünschst, trag dich in meinen Newsletter ein. Dort bekommst du regelmäßig konkrete Strategien für Mathe, Konzentration und Emotionsregulation.
Dein Kind ist nicht zu langsam. Es braucht Zeit, Sicherheit und dich.
