Diese Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen stammen aus meiner täglichen Arbeit seit 1989. Zuerst arbeitete ich als Grundschullehrerin, später zusätzlich als Schulleiterin, Lerncoach, Gedächtnistrainerin, KinFlex® Therapeutin sowie Kinder- und Familiencoach. In diesen 37 Jahren saßen mehrere Schülergenerationen vor mir, und hinter jedem Kind stand eine Familie mit eigenen Fragen, Sorgen und Hoffnungen. Auch als Mutter und Großmutter kenne ich die Nachmittage, an denen eine kleine Aufgabe plötzlich den ganzen Familienalltag bestimmt. Eine genaue Zahl begleiteter Kinder und Familien habe ich nie geführt. Es waren viele, doch für diesen Artikel zählt nicht die Zahl, sondern das, was sich in der Arbeit mit ihnen immer wieder gezeigt hat.
Diese 179 Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen sind deshalb keine beliebige Liste mit schnellen Lerntipps. Sie sind meine persönliche Bilanz aus Unterricht, Lerncoaching, Familiengesprächen, Fortbildungen, therapeutischer Arbeit und eigenen Umwegen. Manche Hinweise bestätigten sich über Jahre, andere entstanden aus Fehlern. Als junge Lehrerin setzte ich stärker auf Übung, Tempo und Zensuren, weil ich über Lese-Rechtschreibstörungen, Rechenschwäche, frühkindliche Reflexe und die Wirkung emotionaler Belastungen noch viel zu wenig wusste. Als Mutter bohrte ich an manchen Stellen weiter, obwohl mein Kind innerlich längst blockiert war. Heute schaue ich zuerst darauf, was hinter einem Verhalten liegt, was ein Kind bereits kann und welcher nächste Schritt überschaubar genug ist. Du musst nicht alle 179 Impulse umsetzen. Wähle einen aus, der zu eurem aktuellen Alltag passt. Beobachte in Ruhe, was sich verändert.Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen im Familienalltag
Diese Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen helfen dir, Hausaufgaben, Übergänge und Erholungszeiten klarer zu gestalten.
Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen nach der Schule
- Lege ein festes Ankommensritual fest, bei dem dein Kind Tasche und Jacke immer an denselben Platz stellt. Gib ihm danach 15 Minuten Ruhezeit ohne Fragen zu Hausaufgaben. Ich habe selbst erlebt, wie sehr sich der Nachmittag verändert, wenn diese Ruhe konsequent eingehalten wird.
- Plane eine echte Übergangszeit zwischen Schulankunft und Hausaufgaben ein, statt direkt loszulegen.
- Teile Aufgaben in kleine Schritte auf, wenn dein Kind überfordert wirkt. Arbeite die erste gemeinsam mit ihm durch.
- Begrenze die Hauptaufgaben eines Lerntags auf maximal drei Punkte.
- Räum den Schreibtisch deines Kindes jeden Abend kurz auf, damit der nächste Lerntag aufgeräumt startet.
- Führe ein Hausaufgabenheft und einen Wochenplan mit einer eigenen Farbe pro Fach.
- Bau vor den Hausaufgaben eine kurze Bewegungsphase ein und leg eine feste Endzeit fest.
- Räume den Lernplatz reizarm frei und lass nur die wirklich benötigten Materialien auf dem Tisch liegen.
Den Lernplatz und die Aufgaben übersichtlich gestalten
- Bring ein „Bitte nicht stören“-Schild an der Tür an, damit dein Kind ungestört lernen kann.
- Beobachte eine Woche lang, wie dein Kind auf euren Tagesablauf reagiert. Notier dir, was dir auffällt.
- Formuliere mit deinem Kind vor jeder Lernphase ein konkretes Lernziel und stelle einen Timer auf 10 bis 15 Minuten konzentriertes Arbeiten.
- Halte eine Beobachtungstabelle über eine Woche, um Muster zu erkennen. Frag dein Kind nach jeder Lernphase, ob etwas geholfen, gestört oder keinen Unterschied gemacht hat.
- Nutze die Startfrage „Welche Aufgabe kannst du in den nächsten fünf Minuten schaffen?“ statt einen großen Aufgabenberg zu nennen.
- Vereinbart ein Hilfesignal, zum Beispiel dass dein Kind schwierige Stellen mit einem Punkt markiert, statt dass du ständig korrigierst.
- Nutze gezielt Ursachenarbeit statt Symptombekämpfung: klare Startzeiten für Hausaufgaben, kurze überschaubare Lerneinheiten und feste Pausen.
- Markiere Lernmaterialien farblich nach Fächern und kündige Übergänge zehn und zwei Minuten vorher mit einer festen Formulierung an. Ich sehe in meiner Arbeit häufig, dass allein diese äußere Ordnung die Lernzeit verkürzt.

Lernzeit begrenzen und Familienzeit schützen
- Trenne Lernzeit und gemeinsame Zeit bewusst voneinander: Spielt, redet über den Tag und lacht miteinander, ohne dass dabei gelernt wird.
- Beende das Üben konsequent, sobald die vereinbarte Zeit vorbei ist, auch wenn die Aufgabe nicht fertig ist.
- Notiere dir vor einem Gespräch mit der Schule drei konkrete Beobachtungen und sprich über Verhalten und Lernprozess statt nur über Noten.
- Bereite mit deinem Kind am Vorabend Kleidung, Ranzen und Frühstück vor, damit der Morgen entspannter startet.
- Gib deinem Kind morgens altersgerechte kleine Aufgaben wie Bett glätten oder Geschirr wegräumen und beende die Verabschiedung mit einem kurzen, stärkenden Satz oder einer Geste wie High Five.
- Schaffe für den Schulanfang einen sanften Vorlauf: Bereitet Schulweg, Kleidung und Ranzen einige Tage vorher gemeinsam vor.
- Gib deinem Kind Zeit für die eigene Wahrnehmung, ohne sofort eine Bewertung von ihm zu fordern.
- Lege eine feste, gleichbleibende Uhrzeit für die Hausaufgaben fest und sorge für einen ruhigen Arbeitsplatz am gleichen aufgeräumten Platz ohne Spielzeug.
Medien, Erholung und Tagesrhythmus
- Unterbrich die Hausaufgaben, wenn dein Kind weint, schreit oder blockiert, und führe das klärende Gespräch später und in Ruhe statt direkt am Tisch.
- Begrenze die Bildschirmzeit kleiner Kinder auf maximal 30 Minuten am Tag und verzichte bei kleinen Kindern möglichst auf Tablets und Smartphones.
- Richte medienfreie Zeiten beim Essen und vor dem Schlafengehen ein und vereinbare Bildschirm-Regeln gemeinsam mit deinem Kind statt sie ohne Gespräch vorzugeben.
- Richte handyfreie Zonen ein, die für die ganze Familie gelten, nicht nur für die Kinder. Erklär deinem Kind, wofür du dein eigenes Handy nutzt.
- Beobachte dein Kind eine Woche lang und führe ein Protokoll mit Uhrzeit, Stimmung und Arbeitsdauer, um seine beste Lernzeit am Nachmittag herauszufinden.
- Nutze nach der Schule einen klaren Ablauf: Heimkommen, Essen, 20 bis 40 Minuten Bewegung draußen, kurze Ruhephase, dann erst Lernstart.
- Führe eine feste Zubettgehzeit ein, auch am Wochenende. Verzichte mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen auf Handys, Tablets und Fernseher.
- Halte das Kinderzimmer dunkel, ruhig und auf 16 bis 18 Grad temperiert, und berechne die ideale Schlafenszeit, indem du von der Aufwachzeit 10 bis 11 Stunden abziehst.
Praktische Hilfen für den Familienalltag
- Trage Aufgaben und Termine in einen Familienplaner ein, um Struktur in den Alltag zu bringen.
- Plane Lerneinheiten mit einer Länge von 20 bis 30 Minuten ein und bau Bewegungspausen wie Seilspringen oder Basteln dazwischen ein.
- Komm vor den Hausaufgaben 5 Minuten in Bewegung und schaffe einen reizarmen Lernort.
- Nutze ein Mini-Zeitfenster mit Wecker bei den Hausaufgaben und schreibe Mutmach-Sätze auf Karteikarten.
- Hänge eine Mini-Checkliste an die Tür, um Übergänge zu erleichtern. Stell einen Timer für Spielzeitpausen.
- Vereinbare bei Verdacht auf Seh- oder Hörprobleme einen Termin beim Augenarzt oder Optiker beziehungsweise beim Kinderarzt für eine Hördiagnostik. Manchmal steckt hinter „Konzentrationsproblemen“ schlicht ein unentdecktes Seh- oder Hörproblem.
Konzentration und Fokus: Bedingungen statt Ermahnungen
Die folgenden Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen richten den Blick auf Müdigkeit, Reize, Bewegung und passende Arbeitsphasen.
Müdigkeit, Bewegung und Arbeitsphasen beobachten
- Beobachte eine Woche lang, wann dein Kind wirklich müde wird, bevor du an der Konzentration selbst ansetzt.
- Plane bei ADHS kurze Arbeitsphasen mit festen Bewegungspausen und einem klaren visuellen Aufgabenplan.
- Nutze die Pomodoro-Technik: 25 Minuten konzentriert lernen, dann 5 Minuten Pause.
- Arbeite mit einem festen Konzentrationsanker, zum Beispiel einem Fokus-Stein, einem inneren Bild oder einer bestimmten Geste.
- Schalte während der Lernzeit das Handy in den Flugmodus und wähl konzentrationsförderliche Snacks statt Zucker.
- Leg das Handy vor dem Lernen in einen anderen Raum und stell es auf lautlos.
- Stell vor dem Lernen ein Glas Wasser bereit und lüfte den Raum gründlich durch.
- Lass dein Kind vor dem Lernen etwas trinken und sich zwei bis drei Minuten bewegen.
Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen und mehr Konzentration
- Setz einen sichtbaren Timer (zum Beispiel einen Visual Timer) ein und arbeite in kurzen Einheiten von 10 bis 15 Minuten je nach Alter deines Kindes.
- Informiere dich vor dem Einsatz ätherischer Öle über eine altersgerechte, sichere Anwendung, dosiere sparsam und verdünne sie bei einer Anwendung auf der Haut mit einem geeigneten Trägeröl. Gerade vor den Hausaufgaben oder nach einem anstrengenden Schultag nutze ich Düfte gern als bewusstes Ritual, sofern das Kind den Duft mag und gut verträgt.
- Beginne bei ätherischen Ölen mit kleinen Mengen und sammle erst eigene Erfahrungen, bevor du mehr einsetzt.
- Beobachte dein Kind zwei Wochen lang genau und notiere, wann Konzentrationsprobleme auftreten, bei welchen Aufgaben und zu welcher Tageszeit.
- Beschreibe deine Beobachtungen konkret und ohne Bewertung, etwa mit „Nach zehn Minuten Rechnen steht mein Kind dreimal auf“, statt vorschnell von Faulheit, ADHS oder fehlender Motivation zu sprechen.
- Nutze eine Online-Selbstdiagnose höchstens als Einstieg, nie als Ergebnis, und hol dir bei anhaltender Unsicherheit eine fundierte fachliche Einschätzung.
Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen spielerisch nutzen
- Gib hochbegabten, aber unterforderten Kindern Wahlmöglichkeiten bei der Aufgabenreihenfolge und plane anspruchsvolle Aufgaben in die Phase maximaler Konzentrationsfähigkeit.
- Spiel mit deinem Kind vor dem Lernen kurz zusammen, damit gute Laune für die Lerneinheit entsteht. Wählt Spiele wie „Dobble“, „Speed“ oder „Ligretto“, um visuelle Wahrnehmung, Konzentration und schnelle Reaktion zu fördern. Ein besonderer Abend beim „Dobble“-Spielen mit meiner Tochter ist mir durch intensives gemeinsames Lachen in Erinnerung geblieben, heute spielt meine Enkelin dieselben Spiele.
- Räumt vor dem Lernen gemeinsam den Schreibtisch auf, als festes Ritual zum Start, und zünde eine Kerze an oder spiel immer dasselbe Lied, damit dein Kind auf die Lernzeit einstimmt.
- Flüstere deinem Kind kurze Nachrichten ins Ohr und lass es sie wiederholen, um aktives Zuhören zu trainieren; steigere den Schwierigkeitsgrad, indem du von einem anderen Raum aus rufst.
- Klatsche einen Rhythmus vor, den dein Kind nachmachen muss, und variiere dabei Geschwindigkeit und Komplexität, um Zuhören und Konzentration zu trainieren.
- Nutze klassische Brettspiele wie „Mensch ärgere dich nicht“, um dein Kind spielerisch zu fördern.
- Setze „Make ’n‘ Break“ ein, um Konzentration, räumliches Denken und Feinmotorik gleichzeitig zu trainieren. Ein Schüler brachte mir das Spiel nach Empfehlung einer Ergotherapeutin nahe, ich spielte es danach fast täglich mit meiner Tochter, und es steht bis heute in meinem Trainingsraum bei Sorglos Lernen.
- Nutze „Mau Mau“, um Aufmerksamkeit und flexible Reaktionen deines Kindes zu fördern.
- Ermutige dein Kind, sich beim Lernen zwischendurch zu strecken und kurz aufzustehen, um Verspannungen zu lösen, die die Konzentration stören.
- Nutze vor Prüfungen eine Checkliste, damit dein Kind sieht, was es schon kann.
Wenn Konzentrationstipps allein nicht ausreichen
Du hast schon vieles ausprobiert, doch dein Kind verliert weiterhin schnell den Fokus oder gerät bei den Hausaufgaben regelmäßig in Stress? In einem Erstgespräch schauen wir gemeinsam darauf, was hinter den Schwierigkeiten steckt und welche Unterstützung zu deinem Kind passt.
Bewegung, Körperwahrnehmung und frühkindliche Reflexe
Bei diesen Lernimpulsen für Kinder mit Lernproblemen stehen Körperwahrnehmung, Koordination und mögliche frühkindliche Reflexe im Mittelpunkt.
Körpersignale und frühkindliche Reflexe ernst nehmen
- Achte darauf, ob dein Kind ungewöhnliche Bewegungen zeigt oder Schwierigkeiten hat, seine Bewegungen zu kontrollieren, und zieh frühkindliche Reflexe als mögliche Ursache in Betracht.
- Wende dich bei Verdacht auf unintegrierte frühkindliche Reflexe an einen darauf spezialisierten Therapeuten.
- Lass prüfen, ob sich noch frühkindliche Reflexe bei deinem Kind zeigen, statt bei Zappeln und Unruhe vorschnell an Disziplin zu denken. Rückblickend hätte ich mir für meine Tochter die Unterstützung gewünscht, die ich heute bieten kann, sie kämpfte mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten und einer auditiven Wahrnehmungsstörung, ohne dass wir damals die Ursache kannten.
- Lass dein Kind vor dem Schreiben mit einem weichen Ball spielen und mach Fingerdehnungsübungen, um Spannung in den Händen zu reduzieren.
- Nutze Spiele, die die Fingerfertigkeit trainieren, zum Beispiel Perlen auffädeln.
- Übe mit deinem Kind, auf dem Bauch zu liegen und den Kopf zu drehen, ohne dass Arme oder Beine mitbewegt werden, am besten spielerisch etwa beim Puzzeln am Boden.
- Ermutige dein Kind zu Sportarten, die das Kreuzen der Körpermittellinie erfordern, wie Schwimmen oder Tanzen.
Feinmotorik, Balance und Körperhaltung fördern
- Lass dein Kind regelmäßig barfuß auf unterschiedlichen Untergründen wie Gras, Sand oder Kies laufen, um über die Füße die Stifthaltung zu verbessern.
- Lass dein Kind vor dem Schreiben Aufwärmübungen machen, zum Beispiel eine „unsichtbare Klaviermelodie“ mit den Fingern spielen, oder biete ihm Perlenauffädeln und Wäscheklammern zum Üben der Feinmotorik an.
- Nutze ein Balance-Pad oder -kissen als Sitzkissen bei den Hausaufgaben, um Balance und Rückenmuskulatur spielerisch zu trainieren.
- Nutze ein Trampolin vor Lerneinheiten, um Bewegungsdrang abzubauen und die Aufnahmefähigkeit zu verbessern.
- Nutze die „Leichter-Lernen-Leiter“: Trinke Wasser, reibe deine Gehirnknöpfe, mach Überkreuzbewegungen und Hook Ups, bevor du mit dem Lernen beginnst.
- Biete deinem Kind beim Schreiben und Lernen wechselnde Sitzpositionen an, etwa auf der Stuhlkante mit gestreckten Beinen, im Kniestand oder auf dem Bauch liegend.

Bewegung mit Denkaufgaben verbinden
- Probiere das Spiegel-Spiel Plus: Klatsch im Rhythmus, während dein Kind die Bewegung spiegelverkehrt nachmacht und dabei die Wochentage rückwärts aufzählt. Ich begleitete im Coaching einen Jungen, der sich kaum auf Hausaufgaben konzentrieren konnte. Nach den Life-Kinetik-Übungen konnte er deutlich länger konzentriert arbeiten. Seine Mutter sagte, es sei, als hätte er plötzlich einen Schalter gefunden, der ihn ruhiger bleiben lasse.
- Teste die Balance-Mathematik: Dein Kind steht auf einem Bein, kreist das freie Bein und löst dabei die Rechenaufgaben, die du ihm stellst.
- Spielt Ball & Monate: Dein Kind prellt regelmäßig einen Ball und sagt dabei die Monate rückwärts auf.
- Nutze Mini-Challenges wie Socken in einer Minute sortieren, um Konzentration spielerisch zu trainieren. Den Satz „Konzentrier dich doch mal!“ habe ich in meinem Leben unzählige Male gehört, als Kind, als Mutter, als Lehrerin, als Coachin und inzwischen auch als Omi.
- Verbinde Ballspiele mit Denkaufgaben, zum Beispiel Ball fangen und dabei ein Wort mit einem bestimmten Buchstaben nennen.
- Integriere Life-Kinetik-Übungen mit einfachen Materialien wie Bällen, Würfeln oder Post-its in euren Alltag.
- Achte auf die Körperwahrnehmung deines Kindes, denn eine schwache Körperkoordination kann hinter Konzentrationsproblemen stecken.
- Kombiniere beim Training Bewegungen wie Jonglieren mit gleichzeitigen Denksportaufgaben.
Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen: Motivation und Selbstwert
Diese Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen stärken Selbstwirksamkeit, Zuversicht und einen konstruktiven Umgang mit Fehlern.
Lernerfolge wahrnehmen und Stärken benennen
- Führe regelmäßige kurze Lern-Check-ins mit deinem Kind und setze gemeinsam mit ihm Lernziele.
- Feiere kleine Lernerfolge deines Kindes sichtbar, statt gleich zur nächsten Aufgabe überzugehen.
- Erkenne, dass „Ich habe keine Lust“ oft „Ich kann gerade nicht mehr“ bedeutet, und hilf deinem Kind zunächst, wieder handlungsfähig zu werden, statt auf Aufgabenerledigung zu drängen. In meinem Lerncoaching erlebe ich oft, dass Kinder nicht an der eigentlichen Aufgabe scheitern.
- Erkenne die Stärken deines Kindes bewusst an, um ihm zu zeigen, dass es etwas bewirken kann, statt ständig neue Methoden auszuprobieren.
- Konzentriere dich weniger auf bessere Noten und mehr darauf, dass dein Kind wieder an sich glaubt.
- Reagiere ruhig auf Fehler, sprich von „Versuchen“ statt von Scheitern. Lobe Einsatz und Ausdauer statt nur das Ergebnis.
- Ersetze Sätze wie „Du bist eben nicht gut in Mathe“ durch „Du kannst lernen, damit umzugehen“. Deute Fehler bewusst positiv um.
Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen und mehr Selbstvertrauen
- Erstelle mit deinem Kind ein „Erfolgsglas“: Notiert jeden kleinen Erfolg auf einem Zettel und sammelt sie sichtbar.
- Beginne mit einer Aktivität, in der dein Kind außerhalb der Schule glänzen kann, etwa Sport, Kunst oder ein Verein, um Selbstvertrauen für soziale Situationen aufzubauen.
- Bereite dein Kind mit Rollenspielen auf schwierige soziale Situationen vor, zum Beispiel das Bitten ums Mitspielen, und starte lieber mit Verabredungen zu zweit als mit großen Gruppen.
- Plane regelmäßige Pausen ein und mach Spaziergänge in der frischen Luft, um neue Energie zu tanken, statt Pausen als verschwendete Zeit zu sehen. Ich sah Pausen früher oft als verschwendete Zeit und mache heute Spaziergänge mit meinem Therapiehund zwischen den Coaching-Terminen.
- Zeige deinem Kind, dass auch Erwachsene Fehler machen, zum Beispiel mit dem Satz „Das habe ich übersehen, ich probiere es gleich noch einmal.“
- Führt abends eine kleine Familienrunde ein: Erzählt reihum eure „Lernmomente des Tages“ statt nur über Fehler zu sprechen.
- Sprich offen mit deinem Kind darüber, dass Noten nicht über seinen Wert entscheiden. Richte den Blick stattdessen auf seine Stärken. Ich weiß, wovon ich spreche, nicht nur als Lehrerin, sondern auch als Mutter.
- Lass dein Kind nach jeder geschafften Lerneinheit einen Punkt markieren oder ein Kästchen ausmalen. Lob konkret die gezeigte Anstrengung.
Ziele gemeinsam planen und Motivation verankern
- Richte deinen Fokus beim Lernen bewusst auf die Stärken deines Kindes statt auf Defizite. Gib detaillierte, ausführliche Rückmeldungen statt bloßer Ziffernnoten. Als junge Lehrerin zensierte ich viel und kannte vor 35 Jahren nichts über Lese-Rechtschreibstörungen und Legasthenie.
- Lass Kinder bei der Festlegung ihrer eigenen Lernziele mitbestimmen und dokumentiere kontinuierlich Beobachtungen statt nur einzelne Momentaufnahmen zu bewerten.
- Führe eine „Ta-daaa“-Liste mit erledigten Aufgaben statt nur einer To-do-Liste. Feiere die Fertigstellung jeder einzelnen Erledigung.
- Nutze den Motivationsturbo mit drei Bodenankern: Lass dein Kind an Position A den eigenen Motivationslevel auf einer Skala von 1 bis 10 einschätzen, dann schweigend zu Position B gehen und sich dort lebhaft vorstellen, die Aufgabe bereits geschafft zu haben.
- Richte an Position C einen neutralen Beobachtungspunkt ein, von dem aus dein Kind vor und nach der Übung reflektiert, was ihm noch fehlt. Geh mit ihm gemeinsam von B zurück zu A, wobei es jeden nötigen Schritt laut benennt.
- Formuliere Ziele mit deinem Kind nach der MOTIVE-Regel: mit positiven Worten (ohne Verneinung), ohne Vergleiche, terminiert, als Ich-Projekt, vorstellbar mit allen Sinnen und erfüllbar sowie überschaubar.
- Verankere ein erreichtes Ziel mit einem Symbol, einem Bild oder einer Körperhaltung, damit dein Kind die Motivation später gezielt wieder abrufen kann.
- Sammelt gemeinsam Lösungsideen für die Hindernisse, die eurem Ziel im Weg stehen, statt sie zu ignorieren.

Selbstwirksamkeit im Familienalltag stärken
- Führe jeden Abend ein kleines Dankbarkeitsritual ein: Frag dein Kind „Was war heute dein größter Erfolg?“ statt nur „Wie war die Schule?“
- Reformuliere dein Lob konkret: Sag statt „Gut gemacht!“ lieber „Ich sehe deine große Mühe“ oder „Du hast 7 von 10 Aufgaben richtig gelöst, darauf kannst du stolz sein!“
- Führe ein offenes Gespräch mit der Schule, um bei Hochbegabung individuelle Lösungen zu finden. Förder gezielt die Interessen deines Kindes durch Hobbys oder Projekte.
- Such den Austausch mit anderen Eltern hochbegabter Kinder in Netzwerken und erwäge bei Verdacht einen Intelligenztest beim Schulpsychologen.
- Küre einen Lieblingsstift zum „Superheldenstift“ für die Hausaufgaben und lass Lernziele aufmalen statt nur aufzuschreiben.
- Beende den Tag mit der Frage „Was hat dich heute gefreut?“ und erinnert euch vor dem Schlafen an drei schöne Momente.
- Traue deinem Kind Aufgaben wie Tischdecken zu und frag bei schwierigen Situationen „Was ist dein Vorschlag?“, um Selbstwirksamkeit zu fördern.
- Schreibt zusammen kleine „Erfolgsgeschichten“ auf und gestalte mit deinem Kind ein „Ich kann das!“-Heft.
- Führe ein Erfolgstagebuch, in dem du auch kleine Fortschritte festhältst, zum Beispiel „3 Minuten konzentriert“.
Wenn dein Kind nicht mehr an sich glaubt
Sätze wie „Ich bin zu dumm“ oder „Ich schaffe das sowieso nicht“ zeigen, wie sehr Lernprobleme den Selbstwert belasten. Im Erstgespräch besprechen wir eure aktuelle Situation und klären, wie dein Kind wieder mehr Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln kann.
Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen bei Prüfungsangst
Auch bei Prüfungsangst geben Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen Orientierung, wenn Gefühle das Denken und Handeln blockieren.
In angespannten Situationen zuerst beruhigen
- Frag direkt „Was beschäftigt dich gerade?“ und „Was brauchst du, damit du weitermachst?“, statt sofort Lösungen vorzuschlagen.
- Stoppe bewusst und sag ruhig „Wir machen jetzt Pause“, wenn dein Kind bei den Hausaufgaben wütend wird.
- Setz dich neben dein Kind statt gegenüber und sprich langsamer und leiser als sonst, wenn es aufgebracht ist.
- Validiere das Gefühl deines Kindes mit einem Satz wie „Das ist gerade richtig schwer für dich“, statt sofort zu erklären.
- Führe das klärende Gespräch über eine schwierige Hausaufgabensituation später und in Ruhe, nicht direkt am Tisch.
- Nutze Atemübungen oder progressive Muskelentspannung, wenn dein Kind schnell überreizt oder ängstlich reagiert.
- Entwickle gemeinsam mit deinem Kind einen persönlichen Prüfungsplan und übt ihn unter realistischen Bedingungen mit Zeitdruck.
- Besprecht nach der Übung nicht zuerst die Fehler, sondern den Umgang mit schwierigen Stellen.
- Vermeide am letzten Abend lange Wiederholungen, wenn dein Kind den Stoff bereits beherrscht.
- Nutze statt „Du kannst das doch“ Formulierungen wie „Du musst nicht alle Aufgaben gleichzeitig lösen.“
Prüfungsangst vorbereiten und innere Sicherheit aufbauen
- Beende das Üben konsequent bei sichtbarer Anspannung, atme gemeinsam ruhig und wechsle den Ort.
- Nimm die Gefühle deines Kindes bei Zwängen oder Ängsten ernst und versuch nicht, das Problem allein durch Geduld oder strikte Konsequenz zu lösen. Zieh bei anhaltenden Symptomen professionelle Unterstützung hinzu. Ein zehnjähriger Junge, den ich begleitete, konnte abends kaum einschlafen und kontrollierte mehrfach die Haustür, bis er sich sicher fühlte. Schon nach wenigen Terminen war das Kontrollverhalten spürbar schwächer. Seine Mutter sagte: „Wir haben endlich wieder ruhige Abende.“
- Bau mit deinem Kind einen positiven inneren Ressourcenanker auf (ein Bild, ein Ort), den es vor Referaten, Tests oder in stressigen Momenten gezielt abrufen kann. Ein Junge in der vierten Klasse brach bei kleinen Rückschlägen in Tränen aus. Er wählte ein Strandbild als Anker, und Wochen später, nach einem Eigentor beim Fußball, atmete er tief durch, dachte an seinen „Strand-Anker“, und spielte weiter, statt wie früher in Tränen auszubrechen.
- Nimm die Gefühle deines Kindes bei Prüfungsangst ernst und vermeide Sätze wie „Reiß dich zusammen“ oder „Das ist doch nicht so schlimm“. In meiner eigenen Schulzeit gab es Fächer, in denen ich tagelang üben konnte und trotzdem wie gelähmt vor der Arbeit saß. Das Gefühl, nichts mehr zu wissen, hat mich geprägt.
- Entkopple Lernen von Stress durch kurze, spielerische Lerneinheiten statt stundenlangem Pauken. Übe mit deinem Kind Entspannungstechniken wie die „Superheldenhaltung“.
- Sprich mit deinem Kind offen über seine Angst, statt sie kleinzureden, und benenn sie gemeinsam beim Namen.
- Lass dein Kind vor einer Prüfung tief durchatmen (4 Sekunden ein-, 4 Sekunden halten, 4 Sekunden ausatmen) und eine „Superheldenhaltung“ einnehmen: aufrecht stehen, Schultern zurück, Kinn hoch.
- Lass dein Kind sich vorstellen, wie es die Prüfung mit Leichtigkeit meistert, statt sich auf die Angst zu konzentrieren.
Gefühle sichtbar machen und später besprechen
- Hänge eine Ampel-Grafik an den Kühlschrank, um die Gefühle deines Kindes sichtbar zu machen, und vereinbart eine Geste oder ein Wort als „Pause-Taste“.
- Übe die 4-7-8-Atemtechnik regelmäßig mit deinem Kind und sei selbst ein Vorbild im Umgang mit Emotionen, indem du bei Frustration ruhig bleibst.
- Richte für dein Kind eine „Wutzone“ ein und beschreibe Gefühle gemeinsam mit Farben, statt sie wegzureden.
- Verschiebe Klärungsgespräche nach einem Wutanfall bewusst in einen ruhigen Moment, statt sie am Hausaufgabentisch zu führen.
Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen: Methoden und Gedächtnis
Die nächsten Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen zeigen, wie dein Kind Lernstoff verstehen, ordnen und langfristig behalten kann.
Lernstoff verstehen und selbst erklären
- Nutze Mindmaps für komplexe Themen und Karteikarten zum Wiederholen.
- Lass dein Kind den Lernstoff in eigenen Worten zusammenfassen, statt ihn nur abzuschreiben.
- Verbring mit deinem Kind stattdessen mehr Zeit in der Natur, beim Basteln oder beim Lesen, um Bildschirmzeit zu ersetzen.
- Aktiviere vor dem Lernen das Vorwissen deines Kindes mit Fragen wie „Was weißt du schon darüber?“ oder „Woran erinnert dich das?“
- Sorge dafür, dass dein Kind Grundkonzepte wirklich versteht, bevor es weitergeht, zum Beispiel die Multiplikation vor der Division.
- Lass dein Kind eigene Lösungswege suchen und aufschreiben, statt ihm die Lösung direkt vorzugeben.
- Lass dein Kind Informationen auf mehreren Wegen bearbeiten, etwa indem es einen Inhalt liest, laut erklärt, als Skizze darstellt und praktisch ausprobiert, statt es dauerhaft auf einen vermeintlichen Lerntyp festzulegen.
- Erstelle eigene Tafelbilder oder Schaubilder zum Lernstoff und sag sie dir laut vor, statt fertige nur zu übernehmen. In meiner eigenen Schulzeit lernte ich sehr viel auswendig, indem ich mir Tafelbilder erstellte und sie laut an der Kreidetafel aufsagte, damit kam ich recht gut durch die Schulzeit.
Mit Sketchnotes und Bildern lernen
- Wiederhole Gelerntes in kurzen Abständen und noch einmal nach etwa einer Woche.
- Stell vor dem Erklären eines neuen Themas erst Fragen dazu, statt gleich mit dem fertigen Wissen zu starten. Teste Gelerntes anschließend noch einmal ab.
- Starte klein mit Sketchnotes in einem Fach, das dir oder deinem Kind schwerfällt: Schreib das Thema in die Mitte, ordne Schlüsselwörter darum an und zeichne zu jedem Begriff ein einfaches Symbol.
- Nutze Farben bewusst in Sketchnotes, zum Beispiel Rot für Wichtiges und Blau für Definitionen, und standardisiere wiederkehrende Symbole.
- Nutze schwarze Fineliners und Pinselstifte auf normalem Papier für deine ersten Sketchnotes und leg dir mit der Zeit eine eigene Symbolbibliothek an. Meine allerersten Sketchnotes waren noch abgezeichnet, ich hatte Hemmungen zu zeichnen und das Gefühl, die Zeichnungen anderer seien viel schöner als meine.
- Nutze Gedächtnistechniken wie die Loci-Methode: Geh in Gedanken einen vertrauten Ort ab und verknüpfe markante Punkte mit den Begriffen, die du dir merken willst.
- Nutze das Chunking-Verfahren, um große Datenmengen in kleinere Einheiten zu organisieren, statt alles auf einmal zu lernen.
Wissen ordnen und langfristig erinnern
- Erfinde lustige, möglichst verrückte Geschichten zu Begriffen oder Zahlenbildern, die du dir merken willst, je verrückter das Bild, desto besser bleibt es im Gedächtnis.
- Erkenne deine eigene beste Lernzeit und nutze diese bewusst: Beobachte, welche Schulstunden dir besonders gut im Gedächtnis bleiben.
- Teile den Lernstoff in wenige überschaubare Einheiten und wiederhole das Gelernte mit zeitlichem Abstand, zum Beispiel nach einer kurzen Pause, am nächsten Tag und einige Tage später.
- Lege eine ABC-Liste an: Schreib das Alphabet untereinander an den Rand, stell einen Timer auf 2 Minuten und schreib zu jedem Buchstaben Begriffe zu deinem Thema auf.
- Rate vor dem Schreiben deiner ABC-Liste, wie viele Begriffe du finden wirst, und vergleiche danach deine Einschätzung mit dem tatsächlichen Ergebnis.
- Nutze eine ABC-Liste vor einem neuen Thema als Bestandsaufnahme deines Vorwissens und danach zur Wiederholung vor einem Test.
- Steh beim Einprägen deiner Körper-Routenpunkte auf und fass beim Üben jeden Punkt an, während du laut die passende Nummer sagst.
Bewegung und Körpergedächtnis nutzen
- Erfinde für schwer merkbare Begriffe eine originelle, möglichst schräge Eselsbrücke, je ungewöhnlicher, desto besser bleibt sie im Kopf.
- Integriere Bewegung ins Lernen, zum Beispiel Kopfrechnen beim Hüpfen oder Vokabeln beim Ballwerfen.
- Leg ein „Vokabelheft“ für Mathe-Regeln und Formeln an, die auswendig gelernt werden müssen. Lass Lösungswege nicht stur auswendig lernen.
- Nutze das Körpergedächtnis: Schreibe schwierige Wörter groß in die Luft oder auf den Rücken deines Kindes, oder buchstabiere sie gemeinsam beim Gehen.
Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen beim Lesen und Rechnen
Diese Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen setzen beim Verständnis an und nehmen unnötigen Zeit- und Leistungsdruck heraus.
Lesen und Rechtschreiben anschaulich üben
- Stell dir zu Buchstaben oder schwierigen Wörtern Bilder vor, um Schreibweisen leichter zu merken, zum Beispiel mit einem Merkwort-Alphabet. Mein Schüler Felix merkte sich das Merkwort „Fluss“ mit dem Bild „Auf dem Tiger sitzt ein Igel“. Ich selbst konnte mir übrigens meine eigene Handynummer 20 Jahre lang nicht merken, erst seit zwei Jahren klappt es.
- Nutze Silbenbögen, etwa Va-ter, damit dein Kind Wörter beim Schreiben in Einheiten zerlegen kann. Schreib schwierige Wörter groß in die Luft oder auf den Rücken deines Kindes.
- Lege Wörter auf den Boden und lass dein Kind darauf springen und lesen, oder verstecke Silbenkarten zur Schatzsuche.
- Übt täglich 5 bis 10 Minuten gemeinsam lesen im Flüsterton, um Druck zu senken. Nutze einen Leseschieber, damit das Auge geführt wird.
- Nutze Bewegung beim Lernen schwieriger Wörter: Buchstabiere sie beim Gehen, lege sie mit Seilen oder Knete nach. Ein Junge in meiner Klasse schrieb ständig „Hant“ statt „Hand“. Wir übten mit Bewegung, legten das Wort mit Holzbuchstaben, und plötzlich sah er seinen Fehler selbst. Nach drei Tagen schrieb er es richtig.
- Mache Fehler beim Schreiben gemeinsam mit deinem Kind sichtbar und besprich sie als Lernchance statt zu schimpfen. Feiere auch kleine Fortschritte.
Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen beim Rechnen
- Baue zuerst das Zahlenverständnis deines Kindes auf, bevor du dich auf den aktuellen Mathestoff konzentrierst, und schaffe ein druckfreies Lernumfeld, in dem Fehler erlaubt sind. Ich habe als Mutter gelernt, dass es nicht hilft, immer weiter zu bohren, wenn das Kind innerlich schon blockiert ist: Mein Kind konnte sagen, dass 3 + 4 = 7 ist, aber wenn ich fragte, was das bedeutet, kam nur ein Fragezeichen.
- Beobachte und analysiere genau, ob dein Kind noch zählend rechnet, statt es ihm nur zu verbieten. Arbeite zuerst auf der handelnden Ebene, dann mit Bildern und erst danach mit Zahlen und Symbolen. In meiner Praxis als Lerncoach haben Kinder mit Rechenschwäche durch diese Methode den Schritt vom zählenden Rechnen zum Rechnen geschafft. Ich favorisiere dabei die Arbeit mit Würfelbildern.
- Nutze einen speziellen Würfel mit besonderen Würfelbildern (eine Seite dreifach die 5), damit dein Kind alle Zahlen bis 10 sicher darstellen kann. Leg zur Übung der Zehnerergänzung beide Hände deines Kindes mit einem Stift zwischen den Fingern auf den Tisch.
- Nutze die Methode des lauten Denkens: Lass dein Kind sein Vorgehen beim Rechnen laut kommentieren und erklären.
- Beginne beim Uhrzeit-Lernen mit analogen Uhren und vollen sowie halben Stunden, bevor du zu Vierteln und Minuten übergehst. Arbeite dabei ohne Druck.
- Teile Matheaufgaben in kleine Häppchen auf, statt alles an einem Tag zu üben. Misch beim Üben verschiedene Aufgabentypen, damit dein Kind das passende Verfahren erkennen lernt.
Leistungsdruck reduzieren und Unterstützung abstimmen
Erkenne, dass Zappeln und Unruhe oft körperliche statt disziplinarische Ursachen haben. Wende dich bei anhaltenden Lese-Rechtschreib- oder Rechenproblemen frühzeitig an eine spezialisierte Fachperson statt lange abzuwarten.
Rechne mit deinem Kind ohne Uhr und sag ihm klar: „Heute geht es nur um den Weg“, um Verständnis vor Geschwindigkeit zu stellen. Gestern saß ich mit meiner Enkelin am Küchentisch, wir rechneten 47 + 26, und sie sagte: „Oma, ich bin zu langsam.“ Nach vielen Gesprächen sagt sie heute: „Ich brauche länger, aber ich kann es.“
Stoppe Vergleiche zwischen Geschwistern oder mit dem Klassenspiegel und erkläre deinem Kind den Lösungsweg statt nur das Ergebnis.
Sprich mit der Schule über alternative Leistungsnachweise und frag nach, ob dein Kind ohne Zeitvorgabe arbeiten darf.
Welcher Impuls passt zu deinem Kind?
Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass hinter den Lernproblemen deines Kindes mehr steckt als fehlende Übung, musst du die Ursache nicht allein suchen. Die passenden Lernimpulse für Kinder mit Lernproblemen entstehen immer aus einem genauen Blick auf das einzelne Kind. In einem unverbindlichen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf eure konkrete Situation, ordnen Beobachtungen und klären, welcher nächste Schritt zu deinem Kind und zu eurem Familienalltag passt.
Informiere dich über mein Lerncoaching für Kinder und Familien.