Spiele für Konzentration müssen weder kompliziert noch teuer sein.
„Mama, noch eine Runde!“
Es war längst Schlafenszeit. Auf dem Tisch lagen bunte Karten, Holzklötzchen und Spielfiguren. Wir hatten schon mehrfach gesagt: „Jetzt aber wirklich die letzte Runde.“ Und trotzdem spielten wir weiter.
Damals wusste ich noch nicht, dass genau diese Spiele für Konzentration meine Familie viele Jahre begleiten und später sogar zu einem wichtigen Bestandteil meiner Arbeit als Lehrerin, Schulleiterin und Gründerin von Sorglos Lernen werden würden.
Als Ulrike Wolf zu ihrer Blogparade „3 Spiele, die dich begleiten“ eingeladen hat, musste ich nicht lange überlegen. Drei Spiele haben mich durch meine Kindheit, mein Familienleben und meinen Berufsalltag begleitet. Bis heute setze ich sie ein, weil sie Kinder spielerisch fördern und ihre Konzentration stärken.
Kurzantwort: Mensch ärgere dich nicht, Make ’n‘ Break und Mau Mau sind drei einfache Spiele ohne Bildschirm, die Konzentration, Feinmotorik und Handlungsplanung bei Kindern spielerisch fördern. Der Beitrag entstand im Rahmen der Blogparade „3 Spiele, die dich begleiten“ von Ulrike Wolf.
Mensch ärgere dich nicht. Das Spiel meiner Kindheit
Wenn ich an meine Kindheit denke, sehe ich sofort das Spielbrett von Mensch ärgere dich nicht vor mir.
Es wurde gelacht. Es wurde gejubelt. Und manchmal wurde sich natürlich auch geärgert. Vor allem dann, wenn kurz vor dem Ziel eine Figur wieder zurück ins Haus musste.
Damals war das für mich ein ganz normales Gesellschaftsspiel.
Heute sehe ich darin viel mehr.
Als Lehrerin habe ich das Spiel später verändert. Statt nur zu würfeln und zu ziehen, mussten die Kinder vor jedem Zug eine Zehnerergänzung lösen. Aus einem klassischen Brettspiel wurde ein Mathetraining, das den Kindern Spaß machte. Viele merkten gar nicht, wie intensiv sie dabei übten.
Genau das fasziniert mich bis heute.
Ein gutes Spiel lässt sich an die Bedürfnisse eines Kindes anpassen. Es verbindet Lernen mit positiven Gefühlen. Und genau diese Gefühle sorgen dafür, dass Inhalte besser im Gedächtnis bleiben.

Make ’n‘ Break. Ein Spiel, das meine Familie geprägt hat
Dieses Spiel kam durch einen Schüler in mein Leben.
Die Ergotherapeutin eines Jungen empfahl mir damals Make ’n‘ Break. Sie erzählte begeistert, wie viele Fähigkeiten dabei gleichzeitig trainiert werden.
Ich kaufte das Spiel. Kurze Zeit später spielte ich es fast täglich mit meiner Tochter.
Unsere festen Spielezeiten gehörten viele Jahre zu unserem Familienalltag. Nach der Schule setzten wir uns an den Tisch. Wir bauten Türme, Brücken und verrückte Konstruktionen nach den Vorlagen. Mal war ich schneller. Mal meine Tochter.
Was nach einem lustigen Wettkampf aussah, trainierte gleichzeitig:
- Konzentration
- räumliches Vorstellungsvermögen
- Feinmotorik
- Handlungsplanung
- visuelle Wahrnehmung
- Arbeiten unter Zeitdruck
Damals wusste ich noch nicht, dass genau diese Fähigkeiten später einen großen Teil meiner Arbeit im Lerncoaching ausmachen würden.
Heute steht Make ’n‘ Break noch immer in meinem Trainingsraum bei Sorglos Lernen.
Kinder mit ADHS, Konzentrationsproblemen oder Schwierigkeiten in der Handlungsplanung greifen oft mit großer Begeisterung danach.
Und ich freue mich jedes Mal, wenn ein Kind nach einer Runde sagt:
„Noch einmal!“
Denn genau dann weiß ich, dass Lernen gerade ganz ohne Druck stattfindet.
Mau Mau. Ein kleines Kartenspiel mit großer Wirkung
Mau Mau begleitet mich schon seit vielen Jahren.
Es braucht kaum Vorbereitung. Fast jeder kennt die Regeln. Und eine Kartenrunde passt fast immer irgendwo hinein.
Als Kind spielte ich es mit meiner Familie, später mit meiner Tochter. Heute hole ich die Karten häufig im Lerncoaching hervor.
Viele Eltern staunen zunächst.
„Ein Kartenspiel? Ist das jetzt wirklich Lerntraining?“
Ja.
Denn beim Mau Mau passiert erstaunlich viel.
Kinder müssen aufmerksam bleiben. Sie vergleichen Farben und Zahlen, planen ihren nächsten Zug, reagieren flexibel auf Veränderungen und halten Regeln ein.
Sie lernen, auch dann ruhig zu bleiben, wenn plötzlich eine Zieh-Zwei- oder Aussetzen-Karte kommt.
Für viele Kinder ist genau das ein wertvolles Training für den Alltag.
Was alle drei Spiele gemeinsam haben
Erst beim Schreiben dieses Artikels ist mir bewusst geworden, dass diese drei Spiele mein Leben durch verschiedene Rollen begleitet haben.
Als Kind,
als Mutter,
als Lehrerin,
als Schulleiterin
und heute als Lerncoach.
Sie erinnern mich daran, dass Lernen dann besonders gut gelingt, wenn Freude, Beziehung und gemeinsames Erleben dazugehören.
Keines dieser Spiele braucht einen Bildschirm, keines verspricht spektakuläre Effekte und doch haben sie Kinder über Generationen begeistert.
Das sagt eigentlich alles.

Welche Spiele für Konzentration begleiten dich?
Falls du gerade überlegst, welche Spiele deinem Kind guttun könnten, dann schau nicht zuerst auf die Verpackung.
Frag dich lieber:
Wobei leuchten die Augen deines Kindes?
Dort beginnt Lernen oft ganz von selbst.
Ich freue mich, dass ich mit diesem Beitrag an der Blogparade „3 Spiele, die dich begleiten“ von Ulrike Wolf teilnehmen darf. Vielleicht hast du jetzt selbst Lust bekommen, über deine drei Spiele nachzudenken oder sie wieder einmal aus dem Schrank zu holen.
Wenn dich Themen rund um Lernen, Konzentration, ADHS, spielerisches Fördern und den Familienalltag interessieren, dann trag dich gern in meinen Newsletter „Sicher begleiten in der Familie“ ein. Dort teile ich regelmäßig alltagstaugliche Ideen, persönliche Erfahrungen aus meiner Arbeit und praktische Impulse, die du direkt mit deinem Kind umsetzen kannst.